Zusammenschluss von Fiducia & GAD

Am 4. Dezember 2014 beschloss die Fiducia in der außerordentlichen Hauptversammlung den Zusammenschluss mit der GAD mit 100 Prozent ihrer Stimmen. Bei der GAD wurde ebenfalls mit überwältigenden 94 Prozent der Stimmen in der Generalversammlung die Fusion befürwortet. Das bedeutete den Aufbruch in eine neue Zeitrechnung der genossenschaftlichen Informationstechnologie.

Mit der neuen Konzernstruktur ist die Fiducia & GAD in der Lage, mit Effizienz, Tempo und Innovationsfähigkeit als stärkster IT-Partner für Primärbanken, die Genossenschaftliche FinanzGruppe sowie für Privatbanken und Finanzdienstleister ein umfassendes Leistungsangebot für Bankensoftware zu bieten.

Ein neuer Spirit

Uwe Fröhlich, 55, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Herr Fröhlich, warum war die Fusion zur Fiducia & GAD aus Ihrer Sicht der richtige Schritt?

Der Zusammenschluss kommt zur richtigen Zeit. Angesichts eines sehr anspruchsvollen Umfeldes für die Banken stärkt dieser Zusammenschluss die Wettbewerbsposition der gesamten genossenschaftlichen FinanzGruppe nachhaltig.

Die Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft schreitet mit Riesenschritten voran. Was bedeutet das für die Finanzbranche?

Auch wir sind stark gefordert, unser genossenschaftliches Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Dabei sind Effizienz, Tempo und Innovationsfähigkeit entscheidende Kriterien für unseren künftigen Erfolg im Wettbewerb.

Wie sieht die genossenschaftliche Zukunftsstrategie aus?

Das Zusammenspiel zwischen den digitalen und den analogen Themen vor Ort wird in der realen Welt zunehmend wichtiger. Wir sind daher sowohl dabei, die Beratungssysteme in den Filialen neu auszurollen, als auch die digitalen Kanäle mit dem stationären Vertrieb zu verzahnen.

In welcher Rolle sehen Sie dabei die Fiducia & GAD konkret?

Nie war es für Genossenschaftsbanken wichtiger, einen leistungsstarken IT-Partner an ihrer Seite zu haben. Wir brauchen unsere Fiducia & GAD, um die Banken bei den regulatorischen Anforderungen zu entlasten – zum Beispiel beim Meldewesen. Auf der anderen Seite müssen wir weiter in die Digitalisierung unseres Geschäftsmodells investieren. Da tut es gut, einen der größten IT-Dienstleister Deutschlands an seiner Seite zu wissen.

Rewind 2015

Das Jahr 2015 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, als über Nacht einer der größten IT-Dienstleister Deutschlands geboren wurde. Aus den Unternehmen Fiducia und GAD wurde die Fiducia & GAD, die Tradition mit Innovationskraft in sich vereint wie kaum ein anderer Player in dieser dynamischen und vibrierenden Branche. Ein Unternehmen, das im wahrsten Sinne des Wortes vor allem eins ist: zukunftserfahren.

  • Januar 2015
    Es geht los! Noch nicht im Handelsregister eingetragen, aber ab jetzt ein Unternehmen, zumindest „virtuell“: Das neue Vorstandsgremium nimmt am 1. Januar seine Arbeit auf. Wichtigste Aufgabe: die Startorganisation bis 1. Juli aufzubauen.

  • Februar 2015
    Der Aufsichtsrat der Fiducia wählt am 25. Februar Jürgen Brinkmann zum neuen Vorsitzenden des Fiducia-Aufsichtsrats. Der 54-jährige ist zu diesem Zeitpunkt bereits Aufsichtsratsvorsitzender der GAD und für dieses Amt auch bei der künfitigen Fiducia & GAD designiert.

  • März 2015
    Nach fünf Jahren endet am 31. März mit dem Abbau des letzten Master-Servers offiziell das Projekt „wave“. Ziel war die Zentralisierung der Anwendungen und Daten im bank21-Gebiet. Der erfolgreiche Abschluss ist ein wichtiger Meilenstein für die geplante Umstellung auf agree21. Im Rechenzentrum Münster kann jetzt der Aufbau von agree21 und wave* als IT-Plattform beginnen.

  • April 2015
    Am 13. April öffnet die COM15 für vier Tage in Karlsruhe ihre Pforten. Erstmals wird die Fachmesse von Fiducia und GAD gemeinsam ausgerichtet. Das Interesse ist riesig: 5.000 Anmeldungen sind Besucherrekord. Das Motto: „Gemeinsam. Einfach. Besser“.

  • Mai 2015
    Die GAD hält ihre letzte Generalversammlung ab. Am 5. Mai legt das Unternehmen seine jüngsten Jahreszahlen vor. Vorstandsvorsitzender Claus-Dieter Toben zieht Zwischenbilanz zum Verlauf des Zusammenschlusses mit der Fiducia und erklärt: „Alles nach Plan.“

  • Juni 2015
    Auch die Fiducia legt ihren letzten Geschäftsbericht vor. Doch Nostalgie und Wehmut sind an diesem 25. Juni in Karlsruhe nicht angesagt. „Vielmehr“ betont der Vorstand, „signalisiert uns diese finale Rückschau, dass wir im Jahr des 90-jährigen Bestehens der Fiducia und mit Blick auf die genossenschaftliche Informationstechnologie Historisches geleistet haben: den langersehnten Zusammenschluss.“

  • Juli 2015
    Ein „Ruck“ geht durch Deutschland: Am Morgen des 16. Juli reiben sich Zeitungsleser von Flensburg bis Garmisch verwundert die Augen. Da tritt ein neuer IT-Dienstleister mit einer frischen, frechen Werbekampagne ins Rampenlicht, der von sich behauptet: „Wir denken wie Banker.“ Die Fiducia & GAD geht mit einem neuen Markenauftritt offiziell an den Start.

  • August 2015
    55 junge Frauen und Männer steigen am 1. August bei der Fiducia & GAD ins Berufsleben ein. Zu diesem Zeitpunkt wird bekannt, dass Auszubildende das Unternehmen auf dem Portal kununu.com als besten Ausbildungsbetrieb Deutschlands bewertet haben.

  • September 2015
    Beim Volksbank-Münster-Marathon am 6. September treten Laufbegeisterte zum „Fiducia & GAD Staffelmarathon“ an. Am 20. September geht es weiter mit dem „Fiducia & GAD Baden- Marathon“ in Karlsruhe. Die Fiducia & GAD stellt mit fast 200 Teilnehmern eine der größten Laufgruppen, mit dabei auch Vorstandsmitglied Carsten Pfläging (Foto unten).

  • Oktober 2015
    Premiere in den Regionen: Erstmals stellt sich die fusionierte Fiducia & GAD den Vertretern der genossenschaftlichen Finanz--Gruppe auf ihren regionalen Kundenveranstaltungen vor. Mit der COMmunicate geht es am 5. Oktober in Karlsruhe los, Auftakt der Treffpunkte ist am 29. Oktober in Münster.

  • November 2015
    Das gab’s noch nie: Die Organisatoren der JBFone müssen am 24. November die Akkreditierung vor Ort stoppen. Der Technologiekongress in Unterschleißheim bei München, der in diesem Jahr zum 13. Mal stattfindet, ist buchstäblich wegen Überfüllung geschlossen. 850 Teilnehmer verfolgen an den beiden Veranstaltungstagen die zahlreichen Fachvorträge rund um Trends, Hypes und Best Cases aus der Welt der Bits und Bytes.

  • Dezember 2015
    Weihnachtsträume werden wahr: Mitarbeiter der Fiducia & GAD in Karlsruhe, München und Münster erfüllen die Wünsche von Bewohnern gemeinnütziger Hilfseinrichtungen wie der Lebenshilfe-Stiftung Karlsruhe oder dem Vinzenzwerk in Münster-Handorf. Unter den Beschenkten sind viele Kinder. Mehr als 500 Wünsche werden im Rahmen der verschiedenen Aktionen bis zum 14. Dezember Realität (Foto: Vorstand Jörg Staff).

Wo wir stehen

Durch den Zusammenschluss von Fiducia und GAD ist ein IT-Konzern mit rund 5.700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro entstanden. Wir zeigen die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick: Standorte, Konzernportfolio und die Services für die Märkte, die wir bedienen.

Eckdaten

Unsere Standorte

zusammenschluss wo wir stehen grafik Vorstandssitz,Verwaltung, Produktmanagement, Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Kundenservice, Druckstandort MÜNSTER Satzungssitz,Vertrieb FRANKFURT Druckstandortund Vertrieb BERLIN Vorstandssitz,Verwaltung, Produktmanagement, Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Kundenservice, Druckstandort KARLSRUHE Produktmanagement, Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Kundenservice MÜNCHEN

Das Portfolio der Konzerngruppe

Systeme und Dienstleistungen für Personal­abteilungen
Warenwirtschaft für verbundorientierte Handels- und Dienstleistungsunternehmen
Scan- und Dokumenten-Service, Personal­systeme und -Services, IT-Systemhaus
Services für dezentrale technische Infrastukturen
IT-Fach- und Prozessberatung für Privat- und Spezialbanken, Konzeption und Einführung bankindividueller Lösungen, Rechenzentrums-Dienstleistungen und Softwareentwicklung
Lösungen für Banksteuerung, Controlling und Rating

Märkte und Leistungen

Primärbanken
  • Umfassendes Leistungsangebot für das gesamte Geschäftsmodell mit der Standardbankensoftware bank21 und agree21
  • Entlastung der Banken von der Komplexität der IT
  • Security-Lösungen
Genossenschaftliche FinanzGruppe
  • Integration von Produkten der genossenschaftlichen FinanzGruppe in bank21 und agree21
  • Entwicklung von integrierten Anwendungen für Zentralinstitute
  • Entwicklungs-, Outsourcing- und Infrastrukturleistungen
Privatbanken, Finanzdienstleister
  • Nutzung, Betrieb und Support von bank21 und agree21
  • Outsourcing der IT-Infrastruktur
  • Standardanwendungen, zum Beispiel SAP
  • Business Process Outsourcing (BPO)

Was wir den Banken bieten

1. Innovation
Entwicklung und Betrieb der Bankverfahren bank21 und agree21
2. Leistungsfähigkeit
Rechenzentrumsbetrieb mit modernster Infrastruktur
3. Hochsicherheit
Lösungen für höchste Sicherheit bei SB-Geräten und E-Banking-Anwendungen
4. Effizienz
Beratung, Training und Support zu bank21 und agree21

Denken Banker so?

Herr Schulte, ein IT-Dienstleister, der verspricht: „Wir denken wie Banker“ … Eigentlich ein Widerspruch, oder?

Überhaupt nicht. Wir bieten unseren Kunden IT-Lösungen, die ihnen helfen, bankspezifische Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen. Die Lösungen können wir aber nur auf die Bedürfnisse der Banken zuschneiden, wenn wir die Logik ihres Denkens und die Art ihrer Arbeit kennen.

Welches Know-how bringen Ihre Experten denn mit?

In der Entwicklung haben wir es mit ausgewiesenen IT-Spezialisten zu tun, die zum Beispiel als Fachinformatiker oder Wirtschaftsinformatiker ausgebildet sind. Und wenn Sie sich unser Produktmanagement oder den Vertrieb anschauen – da finden Sie größtenteils Menschen, die als Bankkaufleute angefangen haben, viele davon bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Aber muss man denn dann gleich so frech und laut als neue Marke auftreten?

Ich würde es eher kreativ und mutig nennen (schmunzelt). Uns war wichtig, mit dem Zusammenschluss ein klares Zeichen nach außen zu setzen und etwas von der Aufbruchstimmung weiterzugeben, die im Unternehmen herrscht. Die Fusion von Fiducia und GAD war weit mehr als ein normaler Zusammenschluss – es ist etwas ganz Neues entstanden. Ein Dienstleister, der jetzt mit völlig neuem Potenzial einen Markt angeht, der sich im Moment so dramatisch verändert wie nie zuvor. Wer da nicht kreativ und mutig vorangeht, verliert den Zuspruch seiner Kunden und Eigentümer.

Trotzdem noch mal nachgehakt: Banken setzen doch vor allem auf Qualität, Sicherheit, Zuverlässigkeit …

Wie Banker zu denken – da stecken doch diese drei Attribute mit drin! Mehr noch: Wir haben uns den Claim „zukunftserfahren“ gegeben. Darin ist die gesamte Bandbreite dessen enthalten, woran unsere Kunden und Eigentümer uns messen können.

Wir halten fest an unseren traditionellen Werten und Stärken, also zum Beispiel die Nähe zu unseren Kunden, dank unserer flächendeckenden, dezentralen Vertriebsstruktur und unserer jahrzehntelangen Expertise als Banken-IT-Dienstleister. Gleichzeitig haben wir den Anspruch, Innovationsführer zu sein. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken, unsere Partner im genossenschaftlichen Verbund und alle unsere Kunden können sich darauf verlassen: Wir begleiten sie als kompetenter IT-Partner in die Zukunft.

Wofür steht das Logo der Fiducia & GAD? Und wie finden sich darin unser Markenversprechen und unser Qualitätsanspruch wieder? Wir erklären es in einem kurzweiligen Video – reinklicken lohnt sich!
Wir sind Sterneköche, Grand-Slam-Champions und Architekten. Aber nur außerhalb der Geschäftszeiten. Ansonsten denken wir wie Banker. Mehr dazu verraten wir in unserem Video – mit einem Augenzwinkern.

Wir sind Fiducia & GAD

Durch den Zusammenschluss von Fiducia & GAD ist ein IT-Konzern mit rund 5.700 Mitarbeitern entstanden. Die Fiducia & GAD Gruppe betreut über 167.000 Bankarbeitsplätze in 986 Banken mit insgesamt über 79 Millionen Konten. Nach einem Jahr haben sich die Kulturen zweier vorher eigenständiger Unternehmen zu einem neuen, großen Ganzen zusammengefügt. Welche Auswirkungen hatte das auf den entscheidenden Faktor: die Menschen? Gibt es ein „Wir“, in dem sich alle Beteiligten wiederfinden? Wir wollten dies auch von den Mitarbeitern direkt wissen und haben sie um kurze Statements gebeten. Hier die Ergebnisse aus den Standorten Münster, Karlsruhe und München.